Der erste Schweizer Marsch für s’Läbe im September 2010 war ein überraschender Erfolg. Längst finden in vielen Städten der Welt Bekenntnismärsche für das Leben statt. In Paris waren es am 23. Januar 2011 ca. 40'000 Teilnehmer, in Washington USA einen Tag später 400'000 Personen. Dass bei der ersten Durchführung in der Schweiz fast 800 Personen am Marsch durch das Zürcher Stadtzentrum mitmachten, war ein guter Start. Das eindrückliche Erlebnis ermutigte die Organisatoren, auch 2011 einen Marsch für s’Läbe durchzuführen. Schweizer Lebensschützer sollen so lange marschieren, beten und sich politisch engagieren, bis alle Menschen in der Schweiz wieder uneingeschränktes Lebensrecht haben.
Der Marsch 2011 wird um 14.00 Uhr auf dem Zürcher Helvetiaplatz mit einer Kundgebung starten. Um 15.00 Uhr ziehen die Teilnehmenden, begleitet durch den Powersound einer 50-köpfigen Steelband, durch das Zürcher Stadtzentrum inkl. Bahnhofstrasse. Um 16.30 Uhr endet der Anlass mit einem überkonfessionellen Gottesdienst wiederum auf dem Helvetiaplatz.
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Der Marsch 2011 greift das Thema der vorgeburtlichen Selektion auf. Die Medizin hat grosse Fortschritte gemacht; sie hat aber auch ihre Schattenseiten. Immer häufiger wird Menschen mit einer Behinderung (z.B. Down Syndrom, Spina Bifida, fehlende Extremitäten) das Recht verwehrt, das Licht der Welt zu erblicken. Zudem hat eine Mehrheit des National- und Ständerates dafür votiert, im Reagenzglas befruchtete Eizellen auf genetische Defekte zu untersuchen, bevor sie einer Frau eingepflanzt werden (Präimplantations-Diagnostik PID). So will man sich die Möglichkeit sichern, behinderte Menschen frühzeitig entsorgen zu können. Wenn sich das Volk gegen diese Entwicklung nicht wehrt, wird der Druck der Krankenversicherer, nur noch gesunde Kinder zu gebären, immer weiter zunehmen. In naher Zukunft wird dann als ‚asozial‘ gelten, wer ein behindertes Kind zur Welt bringt.

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Es ist paradox. Behinderten-Organisationen machen Werbung, mit welcher sie die Identität und Lebensqualität behinderter Menschen hochleben lassen. Wenn jedoch Menschen vor ihrer Geburt auf Grund einer Behinderung liquidiert werden, schweigen die meisten dieser Organisationen. Der Marsch für s’Läbe wird gegen diesen Trend der Rassenhygiene vehement Stellung beziehen.

ALLE Menschen haben ihre behindernden Grenzen. Wenn unser Volk jenen mit einer offensichtlichen Behinderung das Lebensrecht verweigert, machen wir uns schuldig und geben der Zerstörung Raum. Viele Mütter und Väter, Ärzte, Sozialarbeiterinnen, Pflegefachfrauen etc. sind durch den medizinischen Fortschritt herausgefordert. Der Marsch für s’Läbe am 17. September 2011 soll Betroffenen Mut machen, sich für das Leben zu entscheiden. An der Kundgebung werden Personen zu Wort kommen, die heute nur mehr wenig Chancen hätten, den Mutterleib lebendig zu verlassen. Sie und ihre Angehörigen werden berichten von den Herausforderungen und Freuden eins Lebens mit behindernden Grenzen.