Zeichen der Zeit: Titanic & Concordia
Die aktuelle Schiffskatastrophe vor der toskanischen Küste ruft gerade dazu auf, die Havarie als Fingerzeig Gottes zu interpretieren. 1912 sank die Titanic, das sogenannte Wunderwerk der Technik, das allen Gefahren des Meeres hätte trotzen sollen. Die Hybris des Menschen zahlte damals mit 1'500 Toten einen hohen Preis. Nun, 100 Jahre später ist es der gekenterte Luxusliner 'Costa Concordia', der die Menschheit zum Nachdenken bewegen soll.
1912 war es der 'titanische Stolz auf den technischen Fortschritt', der die Menschen blind machte für die Gefahren des Lebens. 2012 sind es die 'Errungenschaften einer egoistischen Konsum- und Rauschgesellschaft', welche zur Katastrophe führen. Kenterte damals die 'Titanin' der Meere, ist es heute die 'Concordia' einer zunehmend lieblosen Gesellschaft. 'Concordia' ist der lateinische Begriff für 'Eintracht'. Wenn zwei Menschen ihre Herzen vereinen, ist dies das Fundament für Freundschaft und Liebe. Es gibt keine Liebe ohne Verzicht und Opfer! Menschen, deren höchste Ziele der Genuss und die Selbstverwirklichung sind, werden das Geheimnis der Eintracht nicht erfahren. Sie mögen sich 'sozial' und 'solidarisch' nennen, sind aber letztlich beziehungsunfähig. Die havarierte 'Concordia' besagt, dass westliche Egoisten in Bezug auf ihre Liebe und Eintracht gekentert sind.
Die Hochglanzbroschüren unserer Gesellschaft versprechen uns, dass wir unsere Kinder abtreiben können, wenn sie gerade nicht in unsere Lebensplanung passen, ... dass wir unsere Nachkommen, die's auf die Welt schaffen, in Krippen und Horte abschieben können; ... dass wir die Liebe und Förderung unserer Söhne und Töchter irgendwelchem Fremdpersonal anvertrauen können; ... dass wir Ehe- und Sexpartner jederzeit und ohne Einschränkung wechseln können... und dass wir trotz alledem noch in 'Liebe und Eintracht' leben. Bei so viel Selbstbetrug war's wohl einfach mal an der Zeit, die Farce einer solchen 'Concordia' zu demaskieren.
Da muss der Allerhöchste nicht etwa selber Eisberge und Strandfelsen bereitstellen, um Schiffe zu versenken und die Menschen in die Grenzen zu weisen. Nein! Der menschliche Hochmut reicht bestens dazu aus, kleine und grosse Katastrophen herbei zu führen. Gott zieht einfach Seine schützende Hand ein wenig zurück und lässt der Sache schweren Herzens ihren Lauf. Denn Er will ja nicht das Unglück, sondern das Glück der Menschen.
Wenn wir zu wahrer Eintracht zurückkehren wollen, ist der Schutz des Lebens im Mutterleib ein erster wichtiger Schritt. Das Jahr 2012, in welchem sich in der Schweiz zum 10. Mal die Einführung der Fristenlösung jährt, gibt uns Gelegenheit zur Korrektur unseres Verhaltens. Denn, wer will schon auf Grund laufen!?

