16.09.2017

Botschaft der Schweizer Bischofskonferenz, Marsch fürs Läbe 2017

Freiburg, 16. September 2017  Wir kennen alle, bewusst oder unbewusst, Personen, die beinahe nicht geboren wären und die jetzt glücklich sind zu leben. Diese Personen wären nicht geboren, wenn andere Personen oder Institutionen ihren Eltern nicht geholfen hätten, ihre Geburt zu akzeptieren. Diese Hilfestellungen sind verschiedener Art: ein bisschen Gespräch, Gebet für sie, manchmal eine finanzielle Hilfe, oft alles zusammen. Ich denke zum Beispiel an die Aktion SOS Futures Mamans, die seit 1974 Hunderte von Leben gerettet hat. Ich denke auch an diese Frauen, die noch Jahre später darunter leiden, ein Kind nicht behalten zu haben, und die manchmal kommen, um die Vergebung zu suchen.

Die Schweizerische Bundesverfassung behält einen gewissen Einfluss der christlichen Geschichte der Schweiz, speziell indem die Präambel sagt: „… die Stärke des Volkes misst sich am Wohl der Schwachen“. Dieser vom Evangelium inspirierte Satz schliesst wohl Personen ein – Arme, Obdachlose, Drogenabhängige usw. – aber man verteidigt keine dieser Gruppen ohne die anderen mit dem gleichen Grund zu verteidigen. Und die ungeborenen Kinder – was wir alle waren – gehören sehr wohl zu den Schwächsten.

Unser Marsch konnte nicht durchgeführt werden wegen der Gefahr von Gegendemonstrationen. Diejenigen, die unsere Überzeugung hinsichtlich des Lebens nicht teilen, zeigen indirekt die Wichtigkeit der Frage, was auf eine gewisse Weise einer gleichgültigen Haltung vorzuziehen ist, die gewisse Personen zur Verzweiflung treibt. Danke für Ihre Stimme, die wir gemeinsam tragen.

+Charles Morerod Bischof von Lausanne, Genf und Freiburg Präsident der Schweizer Bischofskonferenz

 (Übersetzung Französisch-Deutsch durch Marsch fürs Läbe, David Gysel)

Mgr Dr. Charles Morerod, Präsident der Schweizer Bischofskonferenz

Mgr Dr. Charles Morerod, Präsident der Schweizer Bischofskonferenz