09.02.2018

Folgen Töchter dem Vorbild der Mutter?

Junge Frauen in Kanada, deren Mütter abgetrieben haben, entscheiden sich im Vergleich zu anderen jungen Frauen mit mehr als doppelt so hoher Wahrscheinlichkeit selbst für die Tötung ihres ungeborenen Kindes. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie des kanadischen „Institute for Clinical Evaluative Sciences (ICES)“, die am 29. Januar 2018 im „Canadian Medical Association Journal“ veröffentlicht wurde.

Im Rahmen der Untersuchung wurden die Daten von 431’623 jungen Frauen zwischen 12 und 19 Jahren ausgewertet. Darunter waren auch 73'518 Töchter von Müttern, die selbst mindestens einmal abgetrieben hatten. Die Wahrscheinlichkeit, mit der diese Frauen selbst eine Abtreibung vornehmen liessen, lag bei 10,1 Prozent. Bei den Töchtern von Müttern, die selbst nicht abgetrieben hatten, hingegen deutlich tiefer mit 4,2 Prozent. Die Autoren der Studie stellten auch einen Zusammenhang bezüglich der Anzahl der Abbrüche fest: Je mehr Abtreibungen die Mütter vorgenommen hatte, desto höher lag die Anzahl der Abtreibungen auch bei der Tochter. 

Auch in der Schweiz gibt es viele Abtreibungen bei jungen Frauen: Nach Angaben des Bundesamtes für Statistik wurden im Jahr 2016 734 Kinder abgetrieben, deren Mütter zwischen 15 und 19 Jahre alt waren.