02.02.2018

Iren sollen über Abtreibung abstimmen

Die Regierung in Dublin  will die Bewohner der grünen Insel im Mai oder Juni 2018 über die Legalisierung von Schwangerschaftsabbrüchen abstimmen lassen. Dies teilte der irische Ministerpräsident Leo Varadkar am Montagabend nach einer Kabinettssitzung per Twitter mit. Es gebe Abtreibung in Irland, aber diese seien nicht sicher, nicht geregelt und illegal, beklagte Varadkar. Nicht einmal, wenn das Leben der Mutter gefährdet sei, könne abgetrieben werden, suggerierte Varadkar unterschwellig – was jedoch nicht den Tatsachen entspricht.

Im katholisch geprägten Irland sind ungeborene Kinder gemäss Verfassungszusatz in ihrem Recht auf Leben genauso geschützt wie ihre Mütter. Was bedeutet, dass eine Abtreibung nur im (äusserst selten vorkommenden!) Fall, dass das Leben der Kindesmutter durch die Schwangerschaft gefährdet ist, in Erwägung gezogen werden darf.

Diese Gleichberechtigung und Gleichbehandlung aller Menschen – die ja eigentlich äusserst fortschrittlich ist, sieht man sich europaweit immer wieder Forderungen verschiedenster Menschengruppen nach Gleichberechtigung an – ist irischen Abtreibungsbefürwortern ein Dorn im Auge. Durch das Referendum soll deshalb der entsprechende Verfassungszusatz gestrichen und dem Parlament die Möglichkeit eröffnet werden, Abtreibungen bis zur zwölfte Schwangerschaftswoche zu legalisieren. Bleibt zu hoffen, dass eine Mehrheit der Inselbewohner sich weiterhin dafür einsetzt, allen Iren die gleiche Würde und das gleiche Recht auf Leben zuzugestehen.