02.12.2017

Keine Gewinne mit Abtreibungen!

Die deutsche Ärztin Kristina Hänel löste in den letzten Tagen eine breite Medienkampagne aus, mit der Druck zur Legalisierung von Abtreibungswerbung in Deutschland erzeugt werden soll. Vor Gericht verlor nun die Ärztin. Der Bundesverband Lebensrecht begrüsst das Urteil. Mit Abtreibung dürfe von Gesetzes wegen kein Kommerz gemacht werden.

Der Artikel 219a des deutschen Strafgesetzbuches untersagt Werbung, die „seines Vermögensvorteils wegen oder in grob anstössiger Weise“ für Abtreibungen verbreitet wird. Auf diesen Artikel berief sich der Lebensrechtler Klaus Günther Annen, als er eine Anzeige gegen die Abtreibungswerbung auf der Homepage der Ärztin Kristina Hänel einreichte. Das Giessener Amtsgericht verurteilte die Ärztin am 24. November zu 6’000 Euro Busse. Dass sie dieses Risiko einging, war sie sich bewusst, denn sie war bereits 2004 von der Staatsanwaltschaft auf die Rechtswidrigkeit ihrer Werbung hingewiesen worden.

Keine gesundheitliche Dienstleistung

Der Bundesverband Lebensrecht erklärt in seiner Stellungnahme zum Gerichtsurteil: „Das geltende Werbeverbot für Schwangerschaftsabbrüche macht deutlich, dass Abtreibungen eben keine als normal anzusehenden, kommerzialisierbaren ‚gesundheitlichen Dienstleistungen‘ sind.“ Weiter führt der Verband aus: „Eine Abschaffung des Werbeverbots, wie es jetzt gefordert wird, hätte allein aufgrund einer öffentlich angenommenen ‚Normalisierung‘ weiter steigende Zahlen und weiter sinkende Hilfsbereitschaft für Frauen im Schwangerschaftskonflikt zur Folge.“

Keine Einschränkung von Frauenrechten

Die Abtreibungsbefürworter und mit ihnen die Massenmedien betonen, dass durch das Werbeverbot die Frauen einzeln die Ärzte anrufen müssten, um zu erfahren, wo sie ihr Kind abtreiben lassen könnten. Dies sei eine unzumutbare Belastung der Frauen. Dem widerspricht der Bundesverband Lebensrecht: „Nach dem Beratungsmodell ist im Übrigen eine öffentliche Werbung/Information zum Schwangerschaftsabbruch nicht erforderlich, weil die Schwangeren zusammen mit der Beratungsbescheinigung die Adressen von Abtreibungseinrichtungen in ihrer Region erhalten. Insofern werden mit dem heutigen Urteil auch keineswegs ‚Frauenrechte beschnitten‘.“