11.09.2017

Reaktionen zum Verbot des „Marsch fürs Läbe“

Der Entscheid des Obwaldner Regierungsrates, den Marsch fürs Läbe 2017 zu verbieten, hat zahlreiche Reaktionen hervorgerufen. Viele Mails und Telefonate erreichten das Organisationsteam in den letzten Tagen. Auch in der Trägerschaft ist man enttäuscht über den negativen Entscheid aus dem Herzen der Schweiz. Nachfolgend einige Statements aus der Trägerschaft und aus internationalen Kreisen:

Aus der Trägerschaft:

„In den Medien wird zwar immer wieder über linksextreme Gewalt berichtet. Dass der Rechtsstaat diese Kreise weitgehend gewähren und gedeihen lässt, ist ein Alarmzeichen. Wie lange will man noch warten, bis man solche Personen und Gruppierungen zurückdrängt? Durch das Verbot sind die Leute jedoch noch viel engagierter als in den Vorjahren. Dass am Bettag nun an vielen Orten fürs Läbe gebetet wird, ist sehr ermutigend. Bäte fürs Läbe' lässt sich eben nicht verbieten!“ Daniel Regli, Leiter Organisationskomitee

„Die Obwaldner Regierung verweigert dem „Marsch fürs Läbe“ im Land von Bruder Klaus die Bewilligung. Dies unter dem Vorwand, sie könne die Teilnehmenden nicht ausreichend vor den Drohungen linksextremer Chaoten schützen: Eine Bankrotterklärung des Staates. Die Botschaft an die Adresse totalitärer Gewaltgruppen lautet somit: Ihr müsst nur lauthals genug drohen, dann könnt ihr die Ausübung auch elementarer Menschenrechte wie der Versammlungs- und Religionsfreiheit jederzeit verhindern.“ Pfr. Dr. theol. Roland Graf, Präsident a.i., Niklaus Herzog lic.iur. & theol. Vorstandsmitglied HLI (Human Life International Schweiz), Trägerschaft 

„Jedes Jahr haben Chaoten den „Marsch fürs Läbe“ stundenlang gestört, mit Pfeifen, Tuten und auch Angriffen. Jetzt wollen die Behörden einen ruhigen Bettag und verbieten das Gebet. Ein Lehrstück in linker Taktik: Provoziere den Rechtsstaat dosiert so, dass er die Provokation nicht verbietet, aber viel Polizei einsetzen muss. Dann knickt der Staat ein. Nun wird tatsächlich die friedliche Veranstaltung verboten, statt dass die Krawalle verboten werden. So wird der Rechtsstaat ausgehebelt.“ Pfr. Hansjürg Stückelberger, Präsident Stiftung Zukunft CH, Trägerschaft

„Der abgewiesene Rekurs der Obwaldner Regierung zur Veranstaltung „Bäte fürs Läbe“ ist für Christen für die Wahrheit (cft) als Mitglied in der Trägerschaft vom Marsch fürs Läbe schwer einzuordnen. Schon der Titel des diesjährigen Anlasses macht deutlich, dass diesmal das Gebet für den Lebensschutz im Zentrum stand. Wenn Menschen, die für ein Anliegen beten möchten, eine Gefahr für die Öffentlichkeit werden, stimmt dies sehr nachdenklich. Nicht dass die Behörden etwas gegen betende Menschen hätten. Aber diese vor Gruppen von Störenfrieden zu schützen, scheint eine nicht lösbare Aufgabe für die Ordnungskräfte zu sein. Damit kapituliert der Rechtsstaat vor Gruppen, welche sich nicht an das Recht halten. Der negative Entscheid ändert aber nichts an der Überzeugung, dass das ungeborene Leben eine Stimme braucht. Vielleicht ist die Ablehnung des Rekurses ein Weckruf für die Christen, dem Thema Lebensschutz eine höhere Priorität zu geben.“ Jürg Läderach, Präsident cft Schweiz (Christians for truth), Trägerschaft

„Wir betrachten das Leben als wertvollstes und unantastbares Geschenk eines liebenden Schöpfers. Die Schweizerische Evangelische Allianz setzt sich deshalb ein für das Leben von der Zeugung bis zum Tod. Dass Menschen im Sterben oder Eltern in Not gute Begleitung brauchen, ist für uns eine Selbstverständlichkeit. Aber es ist eine Frage der menschlichen Würde, dass wir mit dem „Marsch fürs Läbe“ auch dem ungeborenen Leben weiterhin eine Stimme geben wollen.“ Dr. Wilf Gasser, Präsident SEA (Schweizerische Evangelische Allianz), Trägerschaft

„Freiheit und Demokratie gehört zur Schweiz. Einen Gebetsmarsch am Bettag zu verbieten und von den Behörden selbst nicht als Kniefall vor den Störenfrieden zu deklarieren ist ein geistliches Armutszeugnis.“ Bruno Jordi, VR-Mitglied der Jordi AG – das Medienhaus, Trägerschaft

„Die Aufrechterhaltung der christlichen Werte unserer Verfassung, in der Verantwortung gegenüber Gott, dem Allmächtigen, sind fundamentale Voraussetzungen für die Zukunft unserer Nation. 'Gebet für die Schweiz' bedauert deshalb diesen negativen Bescheid ausserordentlich und sieht darin eine bedenkliche Entwicklungstendenz, dass christliche Kundgebungen von gewissen Gesellschaftsgruppen zunehmend derart kolportiert und angegriffen werden, dass sie nicht mehr stattfinden können. Die Frage muss gestellt werden, wo hier die Toleranz bleibt?“ Hans-Peter Lang, Leiter Gebet für die Schweiz, Trägerschaft

Marche pour la Vie, Paris

"Liebe Schweizer Freunde des Lebens, wir sind sehr traurig über dieses ungerechte Verbot eures Gebetsmarsches und werden dies in Paris und beim deutschen Marsch in Berlin am 16. September öffentlich wissen lassen. Das menschliche Leben wird weltweit angegriffen, und der Widerstand muss international sein. Wir danken Daniel Regli für seine Teilnahme am Pariser Kongress und Marsch im Januar in Paris und hätten gerne auch dieses Jahr wieder einen Vertreter der Organisation des Pariser Marsches zum Schweizer Gebetsmarsch geschickt. Wenn friedliche Demonstrationen verboten werden anstatt gewalttätiger Gegendemonstrationen, und wenn die Wahrnehmung der Meinungs- und Versammlungsfreiheit zu viel Polizeikräfte kostet, haben wir von unseren Regierenden nichts Gutes mehr zu erwarten. Wir wünschen euch umso mehr Erfolg beim Beten für die ungeborenen Kinder und ihre Eltern inner- und ausserhalb der Kirchen. Wir beten, damit ihr für 2018 eine befriedigendere Lösung findet. Unsere Schweizer Freunde sind für Sonntag, den 21. Januar 2018, herzlich zum nächsten grossen Marsch nach Paris eingeladen. Im Gebet verbunden.“ Cécile Edel, Präsidentin, Paul Ginoux-Defermon, stellvertretender Präsident und Verantwortlicher für die Auslandskontakte, Angelika de Poncharra, Beauftragte für das Ausland für die Lebensrechtsorganisation CHOISIR LA VIE – FRANKREICH