20.06.2018

Papstbesuch: Bioethische Fragen ansprechen

Am 21. Juni 2018 besucht Papst Franziskus den Weltkirchenrat in Genf und wird bei dieser Gelegenheit auch mit Vertretern des Schweizer Bundesrates zusammentreffen. Begleitet wird der Papst vom Schweizer Kurienkardinal und ehemaligen Bischof von Basel, Kurt Koch, der dem Päpstlichen Rat für die Förderung der Einheit der Christen vorsteht.

Das Organisationskomitee (OK) des „Marsch fürs Läbe“ hat Kardinal Koch im Mai 2018 in einem Schreiben gebeten, der Papst möge bei seinem Zusammentreffen mit dem Bundesrat auch seine Besorgnis über die Entwicklung des Lebensrechts in der Schweiz zur Sprache bringen. Anlass zu grosser Besorgnis bieten laut dem OK des Marsches u.a. folgende Tatsachen:

  • Die nach wie vor hohe Zahl von jährlich über 10‘000 Abtreibungen in der Schweiz.

  • Die hohe Zahl der Spätabtreibungen, deren Praxis mitunter dazu führt, dass lebensfähige Neugeborene ohne medizinische Hilfe dem Sterben überlassen werden.

  • Die weitgehende Verhinderung der Geburt von Kindern mit einem Downsyndrom (ca. 90 Prozent der Kinder, bei denen das Downsyndrom vermutet wird, werden abgetrieben).
  • Der zunehmende Zugang von Organisationen, welche den assistierten Suizid anbieten, zu staatlichen und staatlich subventionierten Institutionen.

  • Die zunehmende Attraktivität der Schweiz für den Sterbetourismus.

Das OK des Marsches hofft nun, dass beim bevorstehenden Besuch des Papstes diese besorgniserregenden Entwicklungen in der Schweiz vom Papst gegenüber dem Bundesrat angesprochen werden. Kardinal Koch hatte sich während seiner Amtszeit als Bischof von Basel (1995–2010) nicht gescheut, auch heikle bioethische Fragen anzusprechen. Und auch Papst Franziskus, der gewöhnlich kein Blatt vor den Mund nimmt, hat die Abtreibung schon 2014, im ersten Jahr seiner Amtszeit, als Merkmal einer „Wegwerf-Kultur“ kritisiert.