Die heute vom Bundesamt für Statistik veröffentlichten Zahlen zeigen, dass im Jahr 2025 in der Schweiz 12’301 Abtreibungen durchgeführt wurden. Gleichzeitig befindet sich die Schweiz – wie viele europäische Länder – in einem demografischen Wandel: Die Geburtenrate liegt mit 1,28 Kindern pro Frau (gesamt 78'153 Geburten) weiterhin deutlich unter dem Bestandserhaltungsniveau.
Alle 43 Minuten stirbt in der Schweiz ein Kind durch Abtreibung. Nach Ansicht des «Marsch fürs Läbe» braucht es deshalb dringend eine Familienpolitik, die werdende Eltern stärkt und Frauen in Schwangerschaftskonflikten konkrete Unterstützung bietet. Viele ungeplante Schwangerschaften könnten mit ausreichender sozialer, finanzieller und persönlicher Hilfe anders verlaufen. Ebenso sei eine umfassende Aufklärung über mögliche gesundheitliche Folgen eines Schwangerschaftsabbruchs wichtig. Würden alle abgetriebenen Kinder geboren, läge die Geburtenrate rechnerisch bei rund 1,48 Kindern pro Frau statt bei 1,28.
Junge Menschen wünschen sich Kinder – sehen aber grosse Hürden
Der Wunsch und die Bereitschaft, eine Familie zu gründen, ist bei jungen Menschen grundsätzlich vorhanden. Doch insbesondere die steigenden Krankenkassenprämien gehören zu den grössten Sorgen junger Familien. Das zeigt das Familienbarometer 2026 von Pro Familia Schweiz. Auch hohe Wohnkosten, kurze Mutterschaftszeiten und finanzielle Belastungen sind zentrale Hindernisse, legen Gespräche mit jungen Erwachsenen zwischen 17 und 22 Jahren in dem Bericht «Demografischer Wandel beunruhigt Experten» offen (Blick vom 5. Juli 2026). Viele junge Mütter sehen sich gezwungen, bereits wenige Monate nach der Geburt wieder erwerbstätig zu sein. Es fehlt an einer familienfreundlichen politischen Unterstützung, so der Tenor. Insbesondere Frauen mit einer unerwarteten Schwangerschaft würden sich bei ausreichender Unterstützung für ihr Kind entscheiden, zeigen Studien.
Kritik an politischen Prioritäten
Aus Sicht des «Marsch fürs Läbe» setzt der Bundesrat angesichts der demografischen Entwicklung die falschen Schwerpunkte. Statt gezielt junge Familien finanziell zu entlasten, werden der Ausbau der Reproduktionsmedizin sowie eine weitergehende Finanzierung von Abtreibungen vorangetrieben. So sieht die geplante Revision des Fortpflanzungsmedizingesetzes unter anderem einen erweiterten Zugang zu Samen- und Eizellspenden vor. Gleichzeitig hat das Parlament im Rahmen des sogenannten Kostendämpfungspakets beschlossen, dass Schwangerschaftsabbrüche ab 2027 vollständig über die obligatorische Krankenversicherung finanziert werden sollen. Ein fataler Fehlentscheid. Denn nach Auffassung der Initianten sollen Prämienzahler – insbesondere Familien als tragende Säule der Solidargemeinschaft – nicht mit diesen Kosten belastet werden.
Familien stärken – Zukunft sichern
Der «Marsch fürs Läbe» fordert eine langfristig ausgerichtete Familienpolitik, welche Eltern entlastet, Frauen in schwierigen Schwangerschaftssituationen unterstützt und positive Rahmenbedingungen für Familien schafft. Eine alternde Gesellschaft braucht nicht nur wirtschaftliche Lösungen, sondern auch politische Signale, die jungen Menschen Mut machen, Verantwortung zu übernehmen und sich für Kinder zu entscheiden.
Am 19. September findet der jährliche «Marsch fürs Läbe» zum 16. Mal statt. Die Teilnehmer in Zürich wollen ein Zeichen für den Schutz ungeborener Kinder setzen, Familien ermutigen und Hoffnung vermitteln. Das diesjährige Motto «Together for life» bringt diese Botschaft zum Ausdruck.
